Der Prozessorspezialist AMD verkauft offenbar seine ältere Fertigungstechnologie für 200-mm-Wafer nach Russland. Das Unternehmen Angstrem habe laut
Sächsischer Zeitung einen einen Kredit über 815 Millionen Euro erhalten und wolle sich davon die 200-mm-Technik von AMD ins Haus holen. Die Advanced Micro Devices arbeiten derzeit am Umbau der Fab 30 zur Fab 38, die dann neue Wafer mit einem Durchmesser von 300 Millimetern zur Produktion einsetzt.
Angstrem baut derzeit bei Selenograd in der Nähe von Moskau eine Chipfabrik, die schon 2009 ihren Betrieb aufnehmen soll. Firmenchef Anatoly Soukhaparov gab gegenüber der SZ an, dass der Großteil des Kredites für die sächsische Technologie und Maschinen verwendet wird. So nutzt man in Zukunft die AMD-Technik und die sächsische CMOS-Technologie, um Prozessoren, Mikrocontroller und Logik-Schaltungen herzustellen.
AMD selbst äußerte sich zu dem Geschäft bisher noch nicht öffentlich. Sprecherin Raths gab lediglich an, dass Stillschweigen vereinbart wurde. Für das zweite Quartal wurde lediglich die Höhe des Erlöses von 132 Millionen Euro angegeben, der in den nächsten Monaten durchaus noch etwas zunehmen dürfte. Grundsätzlich ist der Schritt von AMD nichts ungewöhnliches und wird in ähnlicher Form von vielen Unternehmen beschritten, um finanzielle Mittel für neue Anschaffungen freizusetzen.
Das Geschäft von AMD ist in zweierlei Hinsicht interessant, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen seit geraumer Zeit nur schwerlich Überschüsse erwirtschaftet und wirtschaftlich regelmäßig an der finanziellen Grenze arbeitet. Außerdem gehen seit langer Zeit Gerüchte um, die einen Verkauf der Fertigungstechnologie erwarten, aber von AMD regelmäßig dementiert wurden. Nun wurden auch Stimmen vom Angstrem-Sprecher Dmitri Snameski laut, der äußerte, dass AMD seine Athlon- und Opteron-Prozessoren vom russischen Unternehmen herstellen lassen wolle. Bisher hat AMD bereits mit dem Halbleiterspezialisten Chartered einen externen Fertigungspartner.
[rl]