Der Markt um Chipsätze wird regelmäßig härter und gewinnt mit zunehmender Integration der Komponenten an Bedeutung. Einen Eindruck, wie sich AMD seit der Übernahme von ATI entwickelt hat,
vermittelt Mercury Research und vergleicht die beiden Konkurrenten AMD und NVIDIA sowie die mittlerweile extrem kleinen Mitbewerber VIA und SiS. Im Ergebnis konnte AMD zwar zulegen — aber hauptsächlich auf Kosten der scheidenden taiwanischen Konkurrenz. NVIDIA verharrt hingegen seit geraumer Zeit auf konstantem Niveau.
So stabilisierte sich der Marktanteil der grünen Kalifornier um 60 Prozent, während AMD seit dem dritten Quartal 2007 von 26 auf nunmehr 37 Prozent zulegen konnte. Die übrigen drei Prozent entfallen auf die Nischenanbieter. SiS und VIA erreichten gemeinsam nur noch rund zwei Prozent des Marktes und bestätigen damit indirekt ihren Schrittweisen Austritt aus diesem Geschäftsbereich.
Für AMD ist die Entwicklung prinzipiell überaus erfreulich zu bewerten. Spannend wird nun allerdings die Frage, wie weit man sich auch gegen NVIDIA durchsetzen kann. Diese scheinen bisher eine überaus erfolgreiche Strategie zur Kundenbindung zu verfolgen, gegen die AMD wohl nur schwer antreten kann. Gleichzeitig dürfte aber gerade für NVIDIA die Schlacht in Zukunft zunehmend härter werden, denn die Integration von Prozessor und Grafikkarte eilt mit großen Schritten voran. Setzt AMD im gleichen Atemzug die eigene Plattform-Strategie noch erfolgreich um und schafft es, nicht nur Prozessoren zu verkaufen, sondern ein Gesamtpaket aus Prozessor, Grafik und Chipsatz zu schnüren, darf man gespannt sein, ob NVIDIA weiterhin seinen Vorsprung wird halten können.
[rl]