Offenbar verhandeln Micron und Infineon um die Übernahme des Speicherherstellers Qimonda. Gerüchten zufolge wolle der US-amerikanische Chipspezialist 77 Prozent der Anteile kaufen und sich damit eine Mehrheit am deutschen Konkurrenten sichern.
Gegenüber Golem
bestätigte Infineon entsprechende Spekulationen zumindest teilweise:
"Wir sprechen zurzeit mit Finanzinvestoren und interessierten Unternehmen aus der Branche über einen Verkauf. Es gibt keine Tabus: Ein Komplettverkauf ist ebenso möglich wie ein Minderheitsanteil. Wir prüfen momentan mehrere Optionen."
Das Unternehmen hatte Qimonda 2006
ausgegliedert und versucht seitdem mit wenig Erfolg die Anteile zu verkaufen. Aufgrund des extrem zyklischen Geschäftes und der hohen Verluste von Qimonda ließ sich dieses Ziel bisher jedoch kaum erreichen, was regelmäßig die Bilanz des Unternehmens verhagelte.
Mit Micron hat Infineon nun möglicherweise endlich einen Abnehmer gefunden, der die ungeliebten Anteile übernehmen will. Erstmals waren entsprechende Spekulationen im Februar aufgetaucht. Im Gespräch als Verhandlungspartner waren bisher allerdings auch die japanische Elipda und die taiwanische Nanya. Der Hersteller arbeitet bereits seit 2003 mit Qimonda in einem Joint-Venture zusammen. Frühere berichte ließen sich bis jetzt allerdings noch nicht bestätigen.
[rl]